04. April 2020
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Danach?


Unsere Nachrichten kennen fast nur Corona. Von 15 Minuten widmen sich 12 diesem einzigen Thema und dann kommt nach den Nachrichten im Notfall auch noch ein Extra oder Spezial zum Thema Corona. Zugeschüttet mit Zahlen, Aussichten, Zustandsbeschreibungen verliere ich den Überblick. Wie geht es den Menschen, die auf der Straße leben, den Menschen in Einrichtungen und Heimen? Wie geht es in den überfüllten Lagern auf Griechenland oder in der Türkei? Wie geht es den Menschen in Kriegs- und Notstandsgebieten?

Ich kann nur ahnen, wie es dort aussieht und spüre mal wieder, wie gut es mir eigentlich geht. Und ich merke wieder einmal, dass es auch eine Überinformation gibt, die ablenkt von den wirklichen Problemen.

Ein Aspekt dieser ganzen Krise ist das unsolidarische Verhalten, egal ob da Einige allen anderen Klopapier und Mehl wegkaufen und Andere Corona-Parties feiern. Oder die EU, die Griechenland nach wie vor alleine lässt mit seinen Flüchtlingen oder die USA, die sich erst lustig machen und dann der Welt die Hilfsmittel wegkaufen.

Ich träume von einer Welt, die nicht nur bei schönem Wetter solidarisch ist, sondern gerade in Krisenzeiten füreinander da ist. Vielleicht hatte Solidarität von Anfang an helfen können. Dann wäre Corona nicht eine chinesische Grippe geblieben oder eine norditalienische Krise, sondern vom Januar an eine gemeinsame Aufgabe. Schön wäre es gewesen.

Wir dürfen träumen von einer Welt, die aus der Krise lernt, wie wertvoll Solidarität ist. Wir dürfen dankbar sein für die vielen kleinen Signale, dass es Gefühl für Gemeinschaft gibt, für Hilfsangebote, die Menschen machen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass Solidarität mehr ist als abends auf dem Balkon klatschen. Wir brauchen ein Sozialwesen, das nicht kaputtgespart wird, sondern wertvoll bleibt, auch wenn unsere Abgabe dadurch steigen (möglichst nicht so sehr bei denen, die sowieso schon zu wenig haben). Wir brauchen Solidarität und Liebe, auch damit die Trumps, Orbans und Höckes nicht die Oberhand behalten in unserer Gesellschaft

 

Losung für Samstag, den 3.4.2020:

Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. Psalm 115,2.3

Gottes unsichtbares Wesen - das ist seine ewige Kraft und Gottheit - wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken. Römer 1,20

 

In Gesangbuch gibt es einen schönen Segenswunsch (eg993):

Herr, wir leben hier – segne uns.

Du schickst uns in die Welt – behüte uns.

Du gibst uns Aufgaben – lass dein Angesicht über uns leuchten.

Wir versagen oft – sei uns gnädig.

Wir fühlen uns oft allein – erheb dein Angesicht auf uns.

Gib uns und der Welt Frieden.

 





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