30. Dezember 2019

„Zwischen den Jahren“…


Pfarrerin Daniela Börger zu den Tagen um Silvester: „In den nächsten Tagen passiert sowieso nix“, sagte jemand kurz vor Weihnachten zu mir. Damit meinte er, dass Behörden und Büros geschlossen sind und Anträge oder Verträge vor Beginn des neuen Jahres nicht bearbeitet werden.

Manche Menschen haben Lieblingssendungen oder Lieblingsserien im Fernsehen, von denen es wöchentlich eine neue Folge gibt – jetzt sind sie alle in der „Winterpause“.

Vor 2020 werden keine neuen Folgen gezeigt.

Ich weiß nicht, wie das für Sie ist: Ich empfinde es meistens auch so, dass in dieser einen Woche im Jahr zwischen Weihnachten und Silvester oft eine gewisse Gelassenheit und Entspanntheit waltet. Menschen regen sich nicht so schnell auf, wenn es etwas langsamer geht und man ist freundlich zueinander.

Darüber hinaus ist diese Zeit am Ende des Jahres oft eine Zeit der Rückschau. Es gibt eine Menge von Jahresrückblicken, die noch einmal bewusst machen, was in dem vergangenen Jahr alles passiert ist. In vielen Kirchen wird am „Altjahresabend“, am Abend von Silvester ein ruhiger Gottesdienst gefeiert. Ein Bibelvers aus Psalm 31 steht über diesem Abend: „Meine Zeit steht in Deinen Händen.“ Damit legt der Psalmbeter all sein Vertrauen auf Gott. Alles, was an Gutem und Schlechtem passiert, kann ich vertrauensvoll in Gottes Hand legen – Gott begleitet mich auf meinen Wegen. Ich darf auf Gott vertrauen – das lässt mich nicht nur am Ende eines Jahres, „zwischen den Jahren“ gelassen und entspannt sein. Es hilft mir auch dabei, das ganze Jahr vertrauensvoll alles auf mich zukommen zu lassen. Viele Menschen kennen und mögen das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. „Erwarten wir getrost, was kommen mag“, geht es weiter. Das wünsche ich Ihnen für die Zeit „Zwischen den Jahren“, für das kommende Jahr und für das kommende Jahrzehnt: Gelassen und getrost auf sich zukommen lassen, was das Leben bringt, denn „Meine Zeit steht in Deinen Händen, Gott“.

„Gelobt sein deine Treue
die alle Morgen neue
Lob sei den starken Händen,
die alles Herzleid wenden.

Gib mir und allen denen,
die sich von Herzen sehnen
nach dir und deiner Hulde,
ein Herz, das sich gedulde.

Das alles wollst du geben,
o meines Lebens Leben,
mir und der Christen Schare
zum sel’gen neue Jahre.“

Paul Gerhardt 1653 (EG 58)





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