28. Oktober 2019
Christian Puschke zu einem aktuellen Thema:

Zeit


Am letzten Wochenende hatten wir nun wieder eine Stunde mehr Zeit. Die Sommerzeit wurde wieder auf die Winterzeit umgestellt. Eigentlich hat diese Umstellerei ja längst keinen Sinn mehr. Aber es scheint schwierig zu sein, sich auf eine neue ständige mitteleuropäische Zeit zu einigen.

So folgen wir vorerst weiter der Weisheit des Prediger Salomos: „Alles hat seine Zeit“. So auch die Halbjahre in Europa.

Eine schöne Übertragung des berühmten Textes hat Peter Spangenberg vorgenommen:

Alles hat seine Zeit,
und jede Erfahrung hat ihren Augenblick.

Kinder bekommen hat seine Stunde,
und auch der Tod hat seine Zeit.
Saat und Ernte haben ihren eigenen Tag.
Die Augenblicke von Bedrohung und Angst gehören zum Leben.
Heilen und Vergeben haben ihre Stunde.

In Minuten stürzt vieles ein,
Zeit braucht es, um aufzubauen.
Kostbar ist die Stunde des Weinens;
befreiend sind die Augenblicke des Lachens.
Es gibt auch Zeiten des Tanzens,
und Stunden gibt es, alles hinzuwerfen,
Augenblicke dagegen,
wo ich das Leben einsammeln möchte.

Jede Umarmung hat ihre Zeit,
aber auch die Erfahrung, einander fremd zu sein.
Ich kenne Stunden des Suchens,
ich kenne auch Stunden gähnender Leere.

Es gibt Zeiten zum Behüten,
genauso auch Zeiten des Loslassens.
Schweigen hat seine Bedeutung,
es sind Stunden der Stille.
Reden hat seine Zeit.
Liebe und Hass – beides sind Erfahrungen,
die zum Leben gehören.


Christian Puschke Pfarrer Christian Puschke

Pfarrer der 1. Pfarrstelle


Spechtweg 10
66333 Völklingen
Telefon: 06898 - 29 990 29




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