18. Januar 2019
Barbara Wehlen-Leibrock zu einem aktuellen Thema:

Vom Samenkorn...


Pfarrer Müller saß an seinem Schreibtisch. Seine Gedanken gingen spazieren. Weihnachten war vergangen und er hatte den Eindruck, dass alles wieder viel zu schnell in den alltäglichen Trott gekommen war. Die Weihnachtsmänner waren verschwunden und die Lebkuchen aufgegessen.

Er hatte außerdem den Eindruck, dass die frohe Botschaft von Weihnachten an den Menschen vorbeigerauscht war. Das fand er sehr schade, denn ein so wichtiges Fest sollte doch nicht untergehen. Ob es wohl anderen genauso ging?

So kam er auf eine Idee. Er rief seinen Freund an, der bei der Zeitung Journalist war und fragte ihn, ob er Lust habe, dabei mitzumachen? Und so starteten Pfarrer Müller und die Zeitung eine Suchaktion. „Gibt es auch heute noch ein Kind in der Krippe?“ Zwei Wochen dauerte die Aktion und siehe da, gleich mehrere Kinder hatten am 24. Dezember im örtlichen Krankenhaus das Licht der Welt erblickt. Er lud die Kinder mit ihren Eltern ein und von dem gemütlichen Treffen berichtete die Zeitung mit einem schönen Bild.

Pfarrer Müller freute sich und er freute sich noch mehr, als er bei den nächsten Gottesdiensten neue Gesichter begrüßen konnte. Natürlich hatte er nicht alle erreichen können. Aber ein paar waren nach dem Treffen zu Veranstaltungen in die Kirche gekommen. Er würde sich freuen, wenn dies so bleiben würde. Dass dies kein Automatismus war, sondern ein Bemühen und Anbieten, das wussten er und seine Gemeinde. Pfarrer Müller musste häufig an das Samenkorn denken. Nur dann, wenn es in fruchtbaren Boden fällt, wird aus diesem ein schöner großer Baum. Und unter dessen Schatten haben dann viele Platz.





Zurück