13. November 2021

Synode des Kirchenkreises Saar-West verabschiedet Rahmenkonzept für den Pfarrdienst


Die Synode des Kirchenkreises Saar-West verabschiedete ein Rahmenkonzept für den Pfarrdienst verabschiedet. „Damit machen wir den pastoralen Dienst im Kirchenkreis mittelfristig zukunftsfest“, erläuterte Superintendent Christian Weyer die Wichtigkeit des Konzepts, das den Kirchengemeinden großen Handlungsspielraum zum Erreichen der festen Zielvorgabe ermöglicht.

Kernpunkt ist es, die Anzahl der Pfarrstellen im Kirchenkreis in den nächsten neun Jahren sukzessive von derzeit 30 auf rund 20,5 zu reduzieren. Dazu werden die Kirchengemeinden in den sieben Regionen des Kirchenkreises verbindliche Vereinbarungen treffen, um diese Veränderungen umzusetzen. Alle zwei Jahre wird sich die Kreissynode mit dem Stand der Umsetzung beschäftigen. Hintergrund sind der demografische Wandel, Nachwuchsmangel im Pfarramt und perspektivisch sinkende Kirchensteuermittel.

Mit dem Beschluss gehen mittelfristig einschneidende Veränderungen einher. „Wir werden ganz klar sagen müssen: Wir können nicht mehr alles machen“, stellte Weyer klar. Es sei utopisch zu glauben, dass mit weniger Personal das gleiche Angebot aufrechterhalten werden könne. Es gelte daher, flächendeckend die pfarramtliche Grundversorgung sicherzustellen, nämlich Gottesdienste, Seelsorge und die Durchführung von kirchlichen Amtshandlungen wie Taufen oder Bestattungen (Kasualien).

Angesichts sinkender Gemeindegliederzahlen forderte Superintendent Christian Weyer bei seinem Rechenschaftsbericht mehr Serviceorientierung und Flexibilität als Schlüssel zur Mitgliederbindung. Man müsse unbedingt ernsthaft darüber nachdenken, wie lange man die vielen Anfragen zu Trauungen an besonderen Orten wie z.B. im Grünen noch verweigern könne. „Ich bin davon überzeugt, dass eine veränderte Kasualpraxis dazu beitragen wird, dem Mitgliederschwund zu begegnen“, sagte Weyer.

Mit großer Mehrheit folgten die 100 Delegierten der 26 Kirchengemeinden dem Antrag einer Synodalen bei der Landeskirche eine Kirchenordnungsänderung anzustoßen, um das Läuten der Kirchenglocken als Alarmsignal im Katastrophenfall nutzen zu dürfen. Die Kirchengemeinden des Kirchenkreises erklärten sich zudem bereit, die „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ im kommenden Jahr mit je 50 Euro pro Pfarrstelle finanziell zu unterstützen.

Außerdem beschlossen die Delegierten den Haushaltsplan und die kreiskirchlichen Umlagen, unter anderem für die Diakonie Saar, den Verband Evangelischer Kindertagesstätten im Saarland sowie den Kirchenkreisverband An der Saar. Nach den derzeitigen Planungen stehen den Kirchengemeinden im Kirchenkreis Saar-West im nächsten Jahr bis zu 107,72 Euro pro Gemeindeglied zur Verfügung, knapp sechs Euro mehr als 2021.

 

Der Evangelische Kirchenkreis Saar-West gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Er erstreckt sich von Rilchingen-Hanweiler im Osten entlang der Saar bis nach Perl im Westen und bis Lebach und Wadern im Norden des Saarlandes. Derzeit leben dort gut 74.000 Protestanten in 26 Gemeinden. Sitz der Superintendentur ist Saarbrücken. Superintendent ist derzeit Pfarrer Christian Weyer.





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