24. Juli 2021
Michael Hilka, Pfarrer zu einem aktuellen Thema:

Solidarität angesichts des Hochwassers


Die Flutkatastrophe, die unsere Nachbarschaft heimgesucht hat, ist schrecklich. Sie macht Angst, weil es uns im Saarland genauso hätte treffen können, und dankbar zugleich, dass dieser Kelch an uns vorübergegangen ist.

Ein Mann aus meiner Gemeinde sagte zu mir vor dem letzten Gottesdienst: „So etwas brauchen wir nicht wieder. Ich habe das in den 1940er Jahren schon einmal erlebt. Können wir nicht eine Schweigeminute für die Opfer und ihre Angehörigen einlegen?“ Diesem Ansinnen bin ich gern nachgekommen, wie auch den anderen Wünschen, die an mich herangetragen wurden. Ich sollte eine Kerze anzünden, beten, Geld sammeln, … Es war förmlich zu spüren, wie nah das alles den Menschen ging und bis heute geht. Sie sind aufgewühlt, verstört, traurig – und enorm hilfsbereit. Es berührt mich, wenn die Frauenhilfe für die Flutopfer Geld sammelt, wenn ich Anrufe bekomme, weil Sachspenden abzugeben sind oder Männer und Frauen aus der Kirchengemeinde aktiv helfen wollen. Ich kenne Leute, die sich sogar in eine Helferliste haben eintragen lassen und am Samstag Richtung Eifel aufbrechen werden! Das ist eine wahre Welle der Solidarität.

Ich merke angesichts dessen, was ich gerade erlebe, die Kraft, die in den alten und wohlbekannten Worten des Paulus stecken:

Einer trage des andern Last,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
(Galater 6,2)

Mögen die Menschen in der Eifel und an der Ahr, in Erftstadt und überall, wo die Wassermassen so eine Zerstörung angerichtet haben, spüren, dass sie nicht alleine sind und dass tausende Menschen hinter ihnen stehen mit ihren Spenden, ihrer Arbeitskraft und ihrem Gebet.


Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Michael Hilka, Pfarrer
Vorsitzender des Presbyteriums
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821-8530




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