24. Januar 2020
Christian Puschke zu einem aktuellen Thema:

Prophetin?


Weltwirtschaftsforum in Davos. Donald Trump redet und Greta Thunberg redet. Sie leben in einer Welt. Doch sie beschreiben diese Welt völlig unterschiedlich.

Laut Trump ist alles gut - und in den USA sogar hervorragend. Vom Klima spricht er nicht. Er genießt seine Machtstellung und die Zustimmung vieler in seinem Land.

Laut Thunberg steht die Welt - unser Haus, wie Thunberg sagt - in Flammen. Gar nichts ist gut. Und unternommen wurde fast gar nichts. Es ist ihr anzusehen, dass sie darunter leidet.

 

Es erinnert ein wenig an die Situation zur Zeit des Propheten Jeremias. Jeremia kündigt an, dass der Staat Juda untergehen werde. Und er leidet an seiner Botschaft. Ihm gegenüber stehen andere Propheten, die sagen: Alles ist gut! Wir haben den Tempel in Jerusalem. Gott selbst wohnt unter uns. Er wird es nicht zulassen, dass wir untergehen. Diese Propheten genießen Ansehen beim Volk und bei den Mächtigen.

Wer wirklich Recht hatte konnte man zur Zeit des Auftretens Jeremias noch nicht beurteilen. Am Ende hat er Recht behalten. Seine Reden sind Teil der Bibel geworden.

 

Ob Thunberg oder Trump am Ende Recht behalten kann man trotz der Parallelen nicht sagen. Die Zukunft wird es zeigen. Natürlich hoffen wir, dass die Erde so bleibt, dass Menschen, Tiere und Pflanzen auf ihr gut überleben können. Aber darum die Augen verschließen vor den Problemen?

Möglich, dass es besser für uns ist, anzunehmen, dass Greta Thunberg die Prophetin ist, die eher Recht hat. Denn dann müssen wir handeln. Schnell und dennoch besonnen.


Christian Puschke Pfarrer Christian Puschke

Pfarrer der 1. Pfarrstelle


Spechtweg 10
66333 Völklingen
Telefon: 06898 - 29 990 29




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