05. Februar 2022
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Polizei


Was da im Landkreis Kusel geschehen ist, beschäftigt Menschen – zu Recht. Das eigentliche Geschehen ist schlimm. Zwei Wilddiebe erschießen bei einer Kontrolle eine Polizistin und einen Polizisten, weil sie Angst haben, aufzufliegen.  So stellt es sich dar und das allein macht schon fassungslos.

Aber da ist noch mehr geschehen. Ein Verbrechen hinterlässt viele Opfer. Die Familien der Getöteten, die Freundinnen und Kolleginnen, die Freunde und Kollegen. Es hinterlässt auch Opfer im Umfeld der beiden Täter, die plötzlich ausgegrenzt werden und vielleicht auch mit der Frage leben müssen, was sie hätten tun können, um das zu verhindern. In deren Haut möchte ich auch nicht stecken.

Ein Opfer sind allerdings auch wir. Schon immer muss sich Polizei verunglimpfen lassen, mal als Bullen, mal als Teil eines ‚Schweinesystems‘. Seit einigen Jahren wird das schlimmer und durch diesen Tod zweier Menschen sehr deutlich. Versteckt im Internet machen sich immer mehr Menschen breit, die unsere Gesellschaft ablehnen. Die Allen und Allem, was damit zu tun hat nicht nur die Pest an den Hals wünschen, sondern auch den Tod. Und immer öfter finden sich Menschen, die das umsetzen. Der Tod von Walter Lübcke war da nur ein Signal.

Und wenn wir alle nicht wach werden und unsere Demokratie nicht wirklich wichtig nehmen, wird das schlimme Folgen zu haben. Dazu gehört eben auch, dass wir uns bewusst machen, wie froh wir sein können, eine Polizei zu haben, die das Leben schützt, die alles tut, Ordnung zu bewahren. Das kann ich bedauern, wenn ich mal wieder ein Knöllchen bezahlen muss, oder wenn eine Demonstration aufgelöst wird, die ich für wichtig halte. Aber ich kann froh sein, in einem Rechtsstaat zu leben, in dem alle ihre Meinung äußern dürfen.

Dass es auch anders gehen kann, sehen wir ja in dem von Thomas Bach so hoch verehrten China.

Ich finde es wichtig, dankbar für unseren Rechtstaat zu bleiben und ihn immer aufs Neue in Schutz zu nehmen.

 

Losung für Samstag, den 5.2.2022:

Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!

Psalm 33,12

Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott. Galater 4,6-7

 

Im Gesangbuch steht ein Gebet (eg 827):

Verleihe uns, o Herr,

dass die Ohren, die deinen Lobpreis gehört haben, verschlossen seien für die Stimme des Streites und des Unfriedens;

dass die Augen, die deine große Liebe gesehen haben, auch deine selige Hoffnung schauen;

dass die Zungen, die dein Lob gesungen haben, hinfort die Wahrheit bezeugen;

dass die Füße, die in deinen Vorhöfen gestanden haben, hinfort gehen auf den Wegen des Lichtes;

und dass die Leiber, die an deinem lebendigen Leibe Anteil gehabt haben, in einem neuen Leben wandeln.

Dir sei Dank für deine unaussprechliche Gabe.

Malabar-Liturgie (Indien) 5. Jh.

 





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