16. Februar 2021

Kindheitstraum nun im Ehrenamt verwirklicht - Jens Ammer wird zum Prädikanten ordiniert


Am Sonntag, 21. Februar, wird Jens Ammer in Saarbrücken-Brebach zum Prädikanten der Evangelischen Kirchengemeinde Brebach-Fechingen ordiniert. Für den Gymnasiallehrer ist das nicht nur der Abschluss einer zweijährigen Zurüstung. Es ist auch eine Art Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.

„Als Kind hatte ich zwei Berufswünsche: Tierarzt und Pfarrer“, sagt der 44-jährige aus Fechingen. Spätestens nachdem er als Zehnjähriger spielerisch seinen Hund „taufte“, war für sein familiäres Umfeld eigentlich klar, wohin der Lebensweg für Ammer gehen würde.

Doch es kam anders, Ammer studierte Lehramt, unterrichtet heute im Hauptberuf am Albertus-Magnus-Gymnasium in St. Ingbert Biologie und Chemie. Der Kindheitstraum – erstmal verworfen.

Zum Schlüssel-Ereignis kam es erst 2012. In einem Gottesdienst in Bliesransbach kam ihm der Gast-„Pfarrer“ schwer bekannt vor. Der Talarträger entpuppte sich als alter Bekannter aus dem Handball-Verein. Mochte der etwa den Pfarrberuf ergriffen haben? Ammer hakte nach und erfuhr von der Zurüstung zum ehrenamtlichen Prädikanten für Menschen aus allen Berufssparten. „Da ist der alte Pfarrer-Wunsch in mir wieder aufgekeimt“, sagt Ammer. Bis zur Entscheidung, die Ausbildung anzugehen und nach einer mehrjährigen Wartezeit konnte er 2018 die Zurüstung beginnen. Und bekam dafür viel Zuspruch in seiner Gemeinde. „Ich wurde so herzlich aufgenommen und fühlte mich getragen, dass Zweifel, die ich bekam, schnell wieder verflogen sind.“

Mit der Ordination darf Ammer beispielsweise Taufen und Trauungen durchführen – und natürlich Gottesdienste feiern. Zukünftig wird der Gymnasiallehrer ehrenamtlich das Pfarrteam der Kirchengemeinde Brebach-Fechingen verstärken. Die Zusammenarbeit zwischen hauptberuflichen Geistlichen und Ehrenamtlichen sieht Ammer, der von 2014 bis 2020 auch Mitglied des Presbyteriums war, als zukunftsweisend: „Ein Pfarrer hat natürlich eine zentrale Aufgabe, aber er sollte nicht alles allein machen müssen. Es braucht multiprofessionelle Führungsteams aus Haupt- und Ehrenamtlichen verschiedener Berufszweige.“ Das könne neue Zugänge eröffnen, zum Beispiel in der Begleitung von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen. Dazu möchte er aus seinem Blickwinkel beitragen und an der Gestaltung der Kirchengemeinde mitwirken.

Der Gottesdienst mit Ordination von Jens Ammer beginnt um 15 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Brebach. Da corona-bedingt keine Gäste vor Ort zugelassen werden können, wird ein Live-Stream auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde angeboten: Kanal „Ev. Kirchengemeinde Brebach-Fechingen“, Direktlink zum Stream: https://youtu.be/WqKlC-ZxyKs).

 

Hintergrund:

In der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) können ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitende nach landeskirchlichen Vorbereitungskursen ordiniert und in den Dienst der Prädikantin oder des Prädikanten berufen werden.

Neben der Gabe der Wortverkündigung sollen Prädikantinnen und Prädikanten über eine ausreichende Allgemeinbildung und biblische Kenntnisse verfügen sowie Verständnis für theologische Fragen zeigen und sich im kirchlichen Leben bewährt haben.
Sie hießen in der EKiR bis Anfang 2004 „Predigthelfer" oder „Predigthelferin“, heute hat sich die Bezeichnung Prädikantin oder Prädikant durchgesetzt.

Sie kommen aus allen Altersgruppen, Berufen und sozialen Schichten und tun ihren Dienst im strikten Sinne ehrenamtlich. Dabei tragen sie in der Ausübung ihres Predigtdienstes ebenso wie die Pfarrerinnen und Pfarrer den Talar.

Im Saarland gibt es auf dem Gebiet des Kirchenkreisverbands An der Saar aktuell rund 30 aktive Prädikantinnen und Prädikanten.





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