08. Januar 2022
Andrea Zarpentin zu einem aktuellen Thema:

Heilige Drei Könige


Am 6. Januar war in manchen Gegenden ein Feiertag: Heilige Drei Könige. Die legendären Gestalten, denen der Feiertag gewidmet ist, sind vielen bekannt und sehr beliebt. Vielleicht weil sie so märchenhaft anmuten?

Gar nicht märchenhaft sondern brutal ist das Ende der biblischen Geschichte über diese Personen, aus denen Legenden später drei Könige machten. Von Sterndeutern berichtet sie, die einen neuen Stern entdeckten und ihn als Hinweis auf einen besonderen König interpretierten. Als sie sich in Jesusalem beim dortigen König Herodes nach einem frisch geborenen Königssohn erkundigten, war dieser erschrocken, denn er fürchtete Konkurrez. Er bat die Astrologen, ihm den Aufenthaltsort des Königskindes mitzuteilen, sobald sie es gefunden hätten. Diese kamen bald danach bei Jesus an und erkannten in ihm den gesuchten König, kehrten aber nicht zu Herodes zurück, um ihm Auskunft zu geben. Herodes soll daraufhin die Tötung sämtlicher männlicher Kleinkinder in Bethlehem befohlen haben, um den möglichen Konkurrenten auszuschalten.

Wie weit das historische Begebenheiten sind, sei dahingestellt. Wichtige Erkenntnisse vermittelt die Geschichte trotzdem. Zum Beispiel die, dass es manchmal besser ist zu schweigen. Hätten die Sterndeuter den Aufenthalt des Jesuskindes verraten, hätte das seinen Tod bedeutet. Leider hatte sein Überleben einen hohen Preis: die Ermordung anderer Kinder. Auch darin steckt eine Wahrheit – eine bittere. Machmal tut man das Richtige und trotzdem - sogar ausgerechnet deswegen – geschieht Schlimmes, Böses. Man wird schuldig, obwohl man in bester Absicht handelt. Meist sind die Folgen nicht so dramatisch wie bei dieser Kindermord-Geschichte, belastend ist eine solche Verstrickung für die, die sie erleben, trotzdem.

„Sündige tapfer“ riet Martin Luther deshalb einmal. Denn so ist das Leben: man macht sich die Hände schmutzig. Sich aus allem rauszuhalten führt auch nicht weiter. Unschuldig bleibt man so erst recht nicht.

Gut zu wissen, dass Gott für Verstrickung in Böses höchstpersönlich die Verantwortung übernimmt und die Menschen freispricht, die sich ihrer Schuld stellen.





Zurück