24. Dezember 2019

„Gott hat uns den Frieden erklärt“ - ein Weihnachtsgruß der Superintendenten aus den Saar-Kirchenkreisen


„Der kleine Lord – alle Sendetermine im Überblick“. Diese Push-Meldung kam Anfang Dezember auf die Smartphones. Der Film aus dem Jahr 1980 gehört schon seit 1982 zu den Kultfilmen der Weihnachtszeit. Er erzählt von dem kleinen Cedric, der in ärmlichen Verhältnissen in New York aufwächst.

Es gibt da aber diesen Onkel, den Earl of Dorincourt. Dieser ist reich, aber ein unangenehmer Zeitgenosse. Sein einziger Erbe ist Cedric und der Earl möchte, dass Cedric zu ihm kommt. Zunächst ist das Zusammenleben auf dem Landsitz des Earls für beide eine Zumutung. Mehr und mehr gelingt es dem kleinen Jungen aber, das Herz des alten Mannes zu erobern. Durch den Einfluss des kleinen Lord geschieht mit dem alten Mann dann sogar eine grundsätzliche Verwandlung: Er versöhnt sich mit der verstoßenen Mutter des kleinen Cedric und wird ein Wohltäter für die Armen und Hoffnungslosen in seiner Umgebung.

Warum ist dieser Film seit Jahrzehnten so beliebt? Und warum in der Weihnachtszeit? Weil Weihnachten unsere Sehnsucht nach der heilen Welt weckt. Nach Versöhnung und Liebe. Nach Güte und Barmherzigkeit. Nach Milde und Frieden. Tagtäglich erleben wir Streit und Unversöhnlichkeit im privaten und beruflichen Umfeld. Und die Nachrichten in den Medien berichten von einer unheilen Welt, in der Kriege toben, die Umwelt zerstört wird und Menschen auf der Flucht sind. In diese Welt hinein wurde das Gotteskind Jesus geboren. Als Jesus geboren wurde, war die Welt nicht heiler, als heute, und es gab genauso viel Unversöhnlichkeit und Streit. Aber die Engel über den Feldern hatten eine gute Nachricht: „Frieden auf Erden für die Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat. – Fürchtet euch nicht!“

Weil die Welt so unfriedlich und furchterregend ist und bleibt, richten wir uns auf an den Geschichten, die von Frieden und Versöhnung erzählen. Von Milde und Barmherzigkeit. Diese Geschichten sind keine weltfernen Spinnereien. Denn sie haben Anhalt an der einen Geschichte, die wir uns am Heiligen Abend Jahr für Jahr erzählen: „Es begab sich aber zu der Zeit …“ Diese eine Geschichte sagt uns, dass Gott der Welt und uns allen, die wir in diese Welt leben, den Frieden erklärt hat. Und dass deshalb Frieden möglich ist. Die Sehnsucht ist groß. Schon die Sehnsucht kann Menschen verändern. Wie viel mehr eine Zusage: Frieden auf Erden! Diese Zusage gibt uns den Mut und das Durchhaltevermögen, uns für den Frieden einzusetzen.

Wir wünschen Ihnen ein friedevolles Weihnachtsfest

Christian Weyer, Superintendent im Kirchenkreis Saar-West

Markus Karsch, Superintendent im Kirchenkreis Saar-Ost

 





Zurück