06. Juni 2020
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Gerechtigkeit


Eigentlich kann der Blick auf die USA im Moment nur verstören. Da gibt es einen Präsidenten, der gar nicht zu bemerken scheint, was er mit seinen Worten anrichtet. Da gibt es Polizisten, die wohl finden, dass ihr Amt ihnen alles Recht der Welt gibt. Einer kniet auf einem Verhafteten, drei nehmen das locker zur Kenntnis.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die solche Ereignisse nicht ruhen lassen, die demonstrieren und sich Aktionen einfallen lassen wie die Bürgermeisterin von Washington, die über die ganze Straßenbreite der 16. Straße (nahe des Weißen Hauses) schreiben lässt ‚black lives matter‘ – Schwarze Leben zählen. PolizistInnen oder PolitikerInnen, sogar der kanadische Premier Trudeau, die niederknien aus Respekt vor George Floyd und allen Menschen.

Alles zusammen kann mich wieder neu daran erinnern, dass wir nie nachlassen dürfen im Kampf gegen Rassismus gegen Ungerechtigkeit, gegen Diskriminierungen. Taten wie das Geschehen in Minneapolis sind nicht nur ein Lynchmord einzelner Polizisten an einem einzelnen Menschen schwarzer Hautfarbe. Sie sind ein Signal, dass alle Fortschritte in Sachen Menschlichkeit und menschlichem Umgang in der Gesellschaft zerbrechlich sind.

Gerechtigkeit ist eben kein Wert, der allen Menschen gleich gut gefällt. Die Abschaffung der Sklaverei geschah zu Lasten der SklavenhalterInnen, die damals glücklicherweise niemand systemrelevant genannt hat. Und auch heute gibt es immer wieder Menschen, die sich als Verliererinnen und Verlierer fühlen. Und das ist kein rein amerikanisches Problem. Es ist ein menschliches Problem, das immer dann entsteht, wenn Menschen sich abgehängt fühlen. Darum ist es wichtig: wer Gerechtigkeit will, muss sich um die Menschen kümmern, um alle Menschen. Dummheit und Ungerechtigkeit müssen bekämpft werden. Aber nicht Menschen.

 

 Losung für Samstag, den 6.6.2020:

Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für. Daniel 3,33

Weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen. Hebräer 12,28

 

 In Gesangbuch ist der gesamte Kleine Katechismus von Martin Luther angedruckt (eg 855). Darin heißt es zum 5. Gebot:

Das fünfte Gebot

Du sollst nicht töten.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben,

dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun,

sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.

 





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