15. September 2019
Barbara Wehlen-Leibrock zu einem aktuellen Thema:

Geld ist nicht Alles


Ein Vater hatte zwei Söhne. Der eine Sohn war fleißig und der andere genoss das Leben. Der eine Sohn arbeitete von früh bis spät. Der andere Sohn gab das Geld, das der Vater ihm gab, in vollen Zügen aus.

Er reiste in die Welt und wenn er zurückkam, war er arm und mittellos. Sein Vater unterstützte ihn immer wenn er kam, wofür ihn der fleißige Bruder kritisierte.  Als der Vater verstarb, jagte der fleißige Sohn seinen Bruder vom Hof. Arm und mittellos stand nun der Bruder auf der Welt. Da er kein Zuhause hatte, ging er fort und die Straße wurde sein Zuhause.

Gerne saß der fleißige Bruder an einem warmen Sommerabend auf einer Bank und schaute über seinen Betrieb. Hart hatte er sich hochgearbeitet und einen ansehnlichen Betrieb erwirtschaftet.  Stolz war er auf das, was er geschaffen hatte.

Da kam ein verlumpter Bettler des Weges. Es war der verarmte Bruder. Der fleißige Bruder erkannte ihn nicht. Der Bettler grüßte ihn und wollte sich zu ihm auf die Bank setzen, doch der fleißige Bruder jagte ihn fort.

Als der fleißige Bruder im Sterben lag, ließ er die Jahre an sich vorbeiziehen. Und nun fiel ihm sein Bruder ein. Er hatte richtig gehandelt, davon war er überzeugt. Nur der, der hart ist, kommt weiter. Sein Bruder hätte auch arbeiten können, niemand hatte ihn daran gehindert. Und so verstarb er, ohne sich mit seinem Bruder versöhnt zu haben.

Nach seinem Tod wurde das Erbe aufgeteilt. Seine Kinder verkauften es und genossen das Leben. Keiner kümmerte sich um sein Grab, bis auf einen Bettler, der häufig vorbeikam.





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