03. Juli 2021
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Fußball ist schön


Jedenfalls habe ich es früher gerne gespielt und meistens verloren. Darum sind mir auch heute noch eher die ‚kleinen‘ Mannschaften sympathisch.

Aber jetzt bewundere ich die deutsche Mannschaft. Spätestens in Wembley hat sie erkannt, welcher Wahnsinn da abläuft. Maskenlose Menschen en masse im Stadion und zur Endrunde sollen es 60.000 werden. Selbstverständlich mit Privilegien für FunktionärInnen und ReportInnen, denen so Tinnef wie Quarantäne etc. erspart werden. Wäre ja noch schöner.

Vielleicht haben die deutschen Fußballer auch gesehen, wie es in Biergärten und Eventhallen zugeht, wo gemeinsam Fußball geschaut wird und bei Toren gejubelt, geknuddelt und geherzt wird. Dann doch besser Schluss machen mit EM und Schluss machen mit Superspreading. Eine weise Entscheidung und wenn die Engländer glücklich damit sind, ist ihnen ja auch geholfen.

Im Ernst: Auch wenn viele meinen, das Leben müsste so sein, wie es immer war, könnten wir Corona zum Anlass nehmen, unseren Lebensstil neu zu sortieren.

Vielleicht ist ja Corona irgendwann wirklich vorbei. Ich glaube es ja gerne. Aber es werden neue Epidemien kommen, neue Viren, neue Gefahren.

Es werden nicht nur kleine Orte verschwinden (wie jetzt in Kanada), es werden auch weiter Hochhäuser einstürzen. Irgendwann wird auch irgendwo wieder ein Atomkraftwerk havarieren. Die Natur, die Technik, das Klima, sie sind alle nicht beherrschbar.

Wir Menschen müssen immer wieder neu lernen, dass wir nur Gast auf dieser Erde sind. Auf diesem wunderbaren Planeten mit seinem Reichtum, seinen vielen Möglichkeiten, seinen Gefahren.

Und vielleicht ist jetzt die Zeit, in der wir noch mehr lernen müssen, darauf zu achten, was wir tun, wie wir umgehen mit diesem Planten und mit unseren Mitmenschen.

Vielleicht lernen wir ja, dass zurzeit es nicht möglich ist, dass sich Massen versammeln, um zu feiern. Und vielleicht sehen wir ein, dass es höchste Zeit ist, Klima zu schützen und nicht alles zu machen, was möglich scheint. Vielleicht akzeptieren wir auch, dass es doch nicht so einfach ist, in die Zukunft zu sehen, wie es manchmal scheint. Ich weiß nicht, was die Zukunft macht mit unserem Energiebedarf, unserer Mobilität, was es für Kinder unserer Tage noch bedeuten wird, dass Menschen ihre Grenzen ausgetestet haben. Ich gebe zu, daran zu denken ist schwer – aber unumgänglich.

 

Losung für Samstag, den 3.6.2021:

Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist. Psalm 75,2

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Apostelgeschichte 17,27

 

Im Gesangbuch steht ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer (eg 866):

Gott, zu dir rufe ich in der Frühe des Tages.

Hilf mir beten

und meine Gedanken sammeln zu dir.

Ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.

Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.

Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist der Friede.

In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld.

Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.

Dietrich Bonhoeffer 1943

 





Zurück