10. November 2018
Daniela Börger zu einem aktuellen Thema:

Ein denkwürdiger Tag


Es ist ein denkwürdiger Tag in der deutschen Geschichte, der 9. November: 1918 – Ausrufung der Republik, 1938 – Reichspogromnacht, 1989 – Fall der Mauer. All dem galt es 2018 zu Gedenken? Am Vorabend haben sich viele Christinnen und Christen im Rheinland zu einem gemeinsamen Gebet versammelt.

In diesem Widerstandsgebet wurden aktuelle drei Gebetsanliegen thematisiert: Menschlichkeit, Demokratie und Verständigung.

So wird der Verlust der Menschlichkeit am 09. November 1938 beklagt und an die im Mittelmeer ertrinken­den Flüchtlinge unserer Tage erinnert: „Europa kann nicht alle Menschen aufnehmen, die nach Europa wollen. Wir können aber auch nicht gleich­gültig zuschauen, wie sie im Mittelmeer ertrinken. Die Tragödie des massenhaften Sterbens an den euro­päischen Außengrenzen muss beendet werden. Wann endlich findet die Europäische Union eine nachhal­tige Lösung für die Seenotrettung im Mittelmeer? 
Wir beten zu Gott für die zahllosen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt, vor Hunger und Elend und vor Naturkatastrophen.“

Die Gefährdung unserer Demokratie durch Hetze und Hassparolen sei bedauerlich und beängstigend. Dazu wurde gebetet: „Wir engagieren uns für Recht und Freiheit als Grundfesten unserer Gesellschaft. Wir bitten für eine Gesellschaft, in der viele sehr unterschiedliche Menschen gut, gerecht und in Frieden zusammenleben können. Wir bitten um Offenheit und Mut, die dazu nötigen Schritte demokratischer Weiter-Entwicklung zu gehen.“

Der Moment der Verständigung 9. November 1989 habe leider nicht lange angehalten und die unterschiedlichsten Gruppen in Deutschland seien sich uneinig wie noch nie. Dazu wurde gebetet: „Die meisten Probleme entstehen, weil Menschen zu wenig miteinander sprechen. Deshalb begrüßen wir gesellschaftliche Ansätze, die es befördern, dass wir wieder mehr miteinander reden, einander zuhören und uns verständigen über unsere jeweiligen Denk-Blasen hinweg, in denen wir gefangen sind.

 

In Philipper 2 heißt es:

Denkt im Umgang miteinander immer daran, welchen Maßstab Christus Jesus gesetzt hat:
Von göttlicher Gestalt war er. Aber er hielt nicht daran fest,
Gott gleich zu sein – so wie ein Dieb an seiner Beute.
Sondern er legte die göttliche Gestalt ab und nahm die eines Knechtes an.
Er wurde in allem den Menschen gleich. In jeder Hinsicht war er wie ein Mensch.
Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis in den Tod – ja, bis in den Tod am Kreuz.
Deshalb hat Gott ihn hoch erhöht: Er hat ihm den Namen verliehen,
der allen Namen überlegen ist.
Denn vor dem Namen von Jesus soll sich jedes Knie beugen –
im Himmel, auf der Erde und unter der Erde.
Und jede Zunge soll bekennen: »Jesus Christus ist der Herr!«
Das geschieht, um die Herrlichkeit Gottes, des Vaters, noch größer zu machen.


Daniela Börger Evangelische Kirchengemeinde Heiligenwald
Synodalbeauftragte für den Deutschen Evangelischen Kirchentag im Kirchenkreis Saar-Ost
Pfarrerin Daniela Börger

 

 


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