09. Juli 2018

Delegation aus dem Kirchenkreis Saar-Ost besuchte Partnerdiozöse in Ruanda


Nach 2-jähriger Pause besuchte jetzt eine vierköpfige Delegation aus dem Kirchenkreis Saar-Ost den Partnerkirchenkreis Butare der Anglikanischen Kirche in Ruanda. Aus einem Bericht von Rüdiger Burkart:

„Nach Fahrten durch das Land gehörten selbstverständlich auch der Besuch der vielfältigen Projekte unseres Kirchenkreises Saar-Ost und des Fördervereins „Fasha ngo i Butare – Zukunft für Butare/Ruanda e. V.“ zu unserem Programm. So konnten wir erfreut die vorbildliche Arbeit im Montessori-Kindergarten in Butare bewundern. Hier spielen und lernen die Jüngsten und machen – ganz nebenbei – erste Erfahrungen mit der Amtssprache in Ruanda - der englischen Sprache.

Eine mit Unterstützung des Kirchenkreises erbaute „école maternelle“ zeigte uns die Fortschritte des Landes im vorschulischen Bereich. Die drei aufgesuchten Sekundarschulen des Diözese Butare bilden junge Menschen bis hin zur Hochschulreife aus. Hier trafen wir insgesamt etwa 1.200 Schülerinnen und Schüler an, von denen derzeit im Rahmen des PAFO-Programmes unseres Kirchenkreises (Schulpatenschaften) 215 bedürftigen Jugendlichen der Besuch der weiterführenden Schulen ermöglicht wird.

Graduierungsfeier für 75 ausgebildete Handwerker

Bleibt der Besuch der Handwerkerschule in Mubumbano bei Butare. Diese wurde mit Mitteln des Kirchenkreises, der Vereinten Evangelischen Mission, unseres Fördervereins „Fashango i Butare – Zukunft für Butare/Ruanda e. V.“  und auch mit Fördermitteln des Saarlandes errichtet und im Jahr 2014 eröffnet. Hier erhalten junge Menschen in sechs verschiedenen Fachrichtungen eine handwerkliche Ausbildung, die diesen ein eigenständiges Leben und eine gesicherte Zukunft ermöglicht. Hier waren wir von Bischof Nathan Gasatura zu einer Graduierungsfeier für 75 ausgebildete Handwerker eingeladen. Ein unbeschreibliches Ereignis mit vielen Reden, Gesang und traditionellen Tänzen! Ausgebildete Näherinnen und Näher, Bauhandwerkerinnen und Handwerker, Schreinerinnen und Schreiner, Schlosser, Schweißerinnen und Schweißer sowie Friseurinnen und Friseure und Fachleute für lederverarbeitende Berufe erhielten ihr Diplom und zeigten stolz die während ihrer Ausbildung gefertigten Ergebnisse.

60 Ziegen an Witwen verteilt

Ein weiter Höhepunkt war der Besuch eines Viehmarktes. Es ist schon Tradition, bei unseren Aufenthalten Ziegen für bedürftige Witwen zu kaufen. Dank zahlreicher Spenden konnten wir in diesem Jahr wieder 60 Ziegen erwerben. Die Vergabe an die Witwen ist an die Bedingung geknüpft, die Erstgeburt an einen anderen bedürftigen Menschen weiterzugeben. Die jeweiligen Gemeindepastoren überwachen, ob diese Regeln eingehalten werden.

Entwicklung der Hauptstadt umwerfend

In der Hauptstadt Kigali hatten wir  das „Genozid-Memorial“ besucht, wo rund 250.000 Opfer des Genozids im Jahr 1994 beigesetzt sind. Dies bedeutete eine schockierende Konfrontation mit der jüngeren Geschichte Ruandas.

Hingegen war die bauliche Entwicklung der Hauptstadt umwerfend. Der Kern der Stadt hat sich in wenigen Jahren zu einer wahren Metropole entwickelt. In den Außenbezirken hat sich allerdings noch nichts verändert – hier stehen die ärmlich anmutenden Häuser dicht an dicht und strömen Armut aus.

Hingegen konnten wir die ins Auge springende Entwicklung der Infrastruktur der letzten 10 Jahre in Ruanda in vielerlei Hinsicht bestaunen. Viele Hauptverkehrsstraßen sind in einem guten Zustand, die Versorgung mit Elektrizität reicht bis in entlegene Dörfer, daneben gibt es mittlerweile in den ländlichen Gebieten zentrale Wasserversorgung, so dass auch den überwiegend sehr armen Bevölkerungsschichten der Zugang zu sauberem Wasser möglich ist. Auch scheint die Ernährungssituation positiv verändert. Wir haben viele Kühe und Ziegen beobachten können, und vielerorts findet man Geschäfte mit Milchprodukten. Alles in Allem hat das Land eine positive Entwicklung eingeschlagen. Dies darf jedoch nicht vergessen lassen, dass die Mehrzahl der Ruander und Ruanderinnen – vor allem in den überwiegend ländlichen Gebieten – nach wie vor bitterarm ist und kaum oder nicht an der materiellen Entwicklung teilgenommen hat. Ruanda besuchen bedeutet, einen krassen Unterschied zwischen arm und reich aushalten zu müssen.

 Nach 2 Wochen traten wir erschöpft und gleichzeitig beseelt von den vielen positiven Eindrücken und Erlebnissen die Heimreise an.“

Weitere Infos: http://kirchenkreis-saarost-butare.chapso.de

 

 

 


Synodalbeuaftragter für Außerdeutsche Ökumene und Weltmission im Kirchenkreis Saar-Ost
Rolf-Rüdiger Burkart
Friedrichstraße 5
66125 Dudweiler




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