07. April 2018
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Ball flach halten?


Mir gehen diese Menschen, die Angst haben vor allem was fremd und ungewohnt ist, auch auf die Nerven und wenn PolitikerInnen streiten, ob der Islam zu Deutschland gehört, dann merke ich auch dass es hier nur um Sprüche geht und nicht um Inhalte.

Aber was mich inzwischen noch mehr nervt sind diejenigen, die meinen immer dann, wenn ein Rechter etwa ankündigt, etwas dagegen setzen zu müssen. In Sulzbach, in Neunkirchen und in Kandel sowieso.

Ob da irgendjemand schon drüber nachgedacht hat, dass man so rechte Inhalte erst richtig aufwertet, dass man den ‚besorgten Bürgern‘ erst dadurch ein Forum bietet, dass man gegen ihre ‚Spaziergänge‘ lautstark protestiert.

Wie wäre es, wenn wir erst einmal zugeben, dass Vieles nicht in Ordnung ist bei uns, dass das mit der Integration noch nicht so klappt. Da lohnt es sich doch Kraft zu investieren, dran zu arbeiten.

Das ist wie mit der Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört. Natürlich tut er das historisch nicht. Aber aktuell natürlich. Interessant natürlich, wenn der aktuelle Heimatminister Deutschland eine rein christliche Tradition attestiert und ihm die jüdische Tradition komplett entfällt. Aber wichtig wäre doch, dass wir uns damit auseinandersetzen in einem neutralen Staat, wie wir dafür sorgen können, dass alle Religionsgemeinschaften ihren Gottesdienst feiern können in Friede und Ruhe (auch ohne, dass Bewaffnete die Synagogen schützen müssen).

Das muss ich wohl mein Leben lang lernen, dass es manchmal besser ist den Ball flach zu halten und das Meine zu tun, dass diese Welt eine bessere wird. Vielleicht komme ich dann dahin, nicht unbedingt dann aufzustehen, wenn andere aufstehen, sondern dann, wenn es notwendig ist.

 

 

Losung für Samstag, den 7.4.2018:

Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des HERRN. Hesekiel 7,19

Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Matthäus 25,45

 

Im evangelischen Gesangbuch steht ein Gebet (873):

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine von dem andern zu unterscheiden.

Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782) zugeschrieben

 





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