11. August 2017
Klaus Künhaupt zu einem aktuellen Thema:

Im Straßenverkehr fliegen immer öfter die Fäuste


Die SZ berichtet in der Ausgabe vom Freitag, dass die Sitten im Straßenverkehr immer rauer werden. Und dabei wird der § 1 der Straßenverkehrsordnung immer weniger beachtet: Gegenseitige Rücksichtnahme. Unsere Gesellschaft hat ein ernstes Problem: Einfachste Regeln des menschlichen Zusammenlebens werden immer häufiger Missachtet. Zum Beispiel, höflich zu bleiben und seine Konflikte durch Rücksichtnahme und Vernunft zu regeln. Und da ist der Ruf nach mehr Polizei leider wenig erfolgversprechend. So viel Polizei, dass jeder Regelverstoß geahndet wird, kann man gar nicht haben. Jeder einzelne von uns muss von sich aus bereit sein, Regeln einzuhalten. Das scheint zunehmend verloren zu gehen.  
Eltern müssen darauf bei der Erziehung wieder mehr Wert legen, Schulen müssen ethische Fragen mehr in den Mittelpunkt stellen. Unsere Gesellschaft muss wieder eine gemeinsame Basis entwickeln. Die Grundhaltung, wonach jeder sein eigener Nächster sein soll und möglichst viel möglichst hoher Eigennutz erzielt werden soll, muss endlich hinterfragt werden. Das Christentum ist schon lange nicht mehr gemeinsame Basis, obwohl wir mit unseren Kindertagesstätten, dem christlichen Religions- und Konfirmandenunterricht noch immer teilweise großen Einfluss haben. Aber das wird ja auch immer weniger. Mal sehen, ob es irgendwie gelingt, das so entstehende Vakuum zu füllen. Im Moment sieht es nicht so aus, und das wird wirklich ein Problem werden.





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