06. Juni 2017

Christusfest in Koblenz


Rund 15.000 Besucherinnen und Besucher haben am Pfingstmontag auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz am Ökumenischen Christusfest teilgenommen, wie die Evangelische Kirche im Rheinland bekannt gab.

„Ich bin überwältigt von der fröhlichen und herzlichen Atmosphäre und von dem großen Interesse an den christlichen Themen des Tages“, sagte Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Wer heute hier war, merkte: Ökumene ist eine Selbstverständlichkeit.“

 „Jesus Christus geht uns voraus“  - unter diesem Leitwort stand der Schlussgottesdienst, gestaltet von leitenden Geistlichen aus der evangelischen, der katholischen, der altkatholischen und der orthodoxen Kirche sowie aus Freikirchen. Zu Beginn des Gottesdienstes stiegen 1.000 Luftballons in den Himmel, als Segensgruß vom Christusfest.

Der Präses der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski, nannte den Gottesdienst ein Zeichen dafür, dass die christlichen Kirchen im Lauf der vergangenen Jahre ihre „konfessionellen Trutzburgen aufgegeben“ haben. „Wir stehen hier als Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Kirchen." Jede Kirche habe ihre besondere Geschichte und Bedeutung. "Wir haben gelernt, uns gemeinsam auf den Weg zu machen und Steine aus dem Weg zu räumen, die uns gehindert haben, gemeinsam unseren Glauben an Christus zu bezeugen“, sagte Rekowski.

Bischof Ackermann: Beharrliche Suche nach der Einheit

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann erinnerte an die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier, an der sich alle Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Region Südwest beteiligt hatten. Aus einem Gegenstand der ökumenischen Irritation, dem heiligen Rock, sei ein Symbol der beharrlichen Suche nach der Einheit geworden. Damals sei es gelungen, das Gemeinsame in den Blick zu nehmen und die Gaben, Frömmigkeitsformen und die Vielfalt der Lebensentwürfe der unterschiedlichen Konfessionen zu würdigen, sagte Ackermann.

„Jesus, der Lebendige geht uns voraus. Wir sind aufgerufen, ihm zu folgen“, sagte Pastor Jochen Wagner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Region Südwest in seiner Predigt. So wie er den Frauen, die an seinem leeren Grab standen, vorausging nach Galiläa, so gehe Christus den Gläubigen voraus. Ihm nachzufolgen heiße Bewegung. „Denn dadurch werden auch wir herausgerufen. Herausgerufen aus unserer konfessionellen Verengung – so dass endlich zusammenwachsen kann, was zusammen gehört. Ein Herr, ein Glaube – und bei der Taufe sind wir auch auf einem guten Weg“, unterstrich der Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Kirchberg im Hunsrück.

Bunte Kirchentagsstimmung

Den ganzen Tag über herrschte auf der Festung Ehrenbreitstein bunte Kirchentagsstimmung. Bläser des Evangelischen Gemeindeverbands Koblenz hatten die Besucherinnen und Besucher bereits am Morgen mit festlichen Klängen am Eingang zum Festgelände begrüßt. Mehr als 1.500 Menschen feierten den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst unter dem Leitwort „vergnügt, erlöst, befreit“ mit. Dieser wurde auch live im Deutschlandfunk übertragen.

Auf vier Bühnen gab es Musik von Bands und Chören aus der Region sowie Theater und Kabarett rund um den Reformator Martin Luther. Auf dem Markt der Möglichkeiten präsentierten sich 23 Gruppen und Initiativen aus ganz Rheinland-Pfalz – von der Polizeiseelsorge bis zum Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten auch die Möglichkeit, an der Thesen-Tür des Ökumenischen Arbeitskreises Linz und Bad Hönningen/Rheinbrol/Hammerstein ihre Thesen zur Ökumene anzuschlagen. Mitmach- und Kreativangebote rund um die Themen Reformation und Glauben gab es auch für Kinder- und Jugendliche.





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