28. Juni 2017

Vortrag im Rahmen der Ring-Vorlesung "Reformation als verkehrte Welt"


Im Rahmen der Ring-Vorlesung „Die Reformation zwischen Revolution und Renaissance“ spricht Paul Burgard am Mittwoch, 28. Juni, um 19 Uhr im Lesecafé der Stadtbibliothek in, Gustav-Regler-Platz 1, zum Thema: „Reformation als verkehrte Welt“

Wie unumstritten populär der große Reformator im Jahr des großen Reformationsjubiläums geworden ist, das zeigte sich vermutlich nirgends trefflicher als in den vergangenen Fastnachtstagen. Sogar in Mainz, der Stadt seines einstigen erzbischöflichen Widersachers und  Hochburg des rheinischen Karnevals, durfte Doktor Martinus am Rosenmontag 2017 hoch auf einem bunten Wagen thronen. Damit ist heute endgültig zusammengewachsen, was Jahrhunderte lang eigentlich nicht zusammengehören durfte. So lange und so weit sittenstrenge Reformatoren eifrig darum bemüht waren, alle Formen des Karnevalesken  aus dem protestantischen Gemeindeleben zu verbannen, konnten evangelische Botschaft und fastnächtliches Treiben höchstens im Sinne gegenreformatorischer Polemik zusammenfinden. Dabei spielte die Kultur der „Verkehrten Welt“ gerade in den frühen Jahren der reformatorischen Bewegung eine zentrale Rolle. Ihre deutlichen Spuren lassen sich in der antirömischen Propaganda ebenso nachweisen wie in der rituellen Praxis der „Gemeindereformation“ ; sie werfen die Frage auf, inwieweit der Siegeszug der Reformation auch als ein Erfolg der „Verkehrten Welt“ gedacht werden kann.

Dr. Paul Burgard ist als Mitarbeiter des Saarländischen Landesarchivs



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